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Freies Wort 23.12.2010

Ab Januar neuer Mietspiegel

Von Ruth Schafft
Nach fünf Jahren gibt es in Suhl wieder einen gültigen Mietspiegel. Dieser wird am 1. Januar 2011 in Kraft gesetzt.


Suhl - Die Mieten in der Stadt Suhl bewegen sich im Durchschnitt in einer Spanne von 3,10 Euro pro Quadratmeter für eine wenig sanierte Wohnung bis hin zu 6,42 Euro für den Quadratmeter, die die Mieter in einer AWG-Hochhauswohnung mit Concierge-Service zahlen müssen. So steht es im neuen Suhler Mietspiegel, der zum 1. Januar des kommenden Jahres in Kraft tritt. Mit den in diesen Tagen geleisteten Unterschriften aller daran beteiligten Partner - die großen Wohnungsunternehmen, Immobilienmakler, Verwalter, Sachverständige, Mieterbund sowie Stadtverwaltung - steht diesem Regelwerk nun nichts mehr im Wege.

Der letzte gültige Mietspiegel - es war der dritte - datiert aus dem Jahre 2005 und wurde von der Realität längst überholt. Einen neuen zu erarbeiten, sei - wie OB Jens Triebel und Bürgermeister Klaus Lamprecht erklärten - auch eine Forderung von Suhler Bürgern gewesen. Mit dem Tabellenmietspiegel erhalten sowohl die Mieter als auch die Vermieter ein Regelwerk in die Hände, das eine verbindliche Übersicht über ortsübliche Vergleichsmieten gibt. Damit - und darin sind sich sowohl Mieterverein auf der einen als auch die Vermieter auf der anderen Seite einig - sei das Tabellenwerk geeignet, eine sinnvolle Einigung über die Miethöhe nicht preisgebundenen Wohnraums zu erzielen. Dadurch, so hofft man, könnten gerichtliche Auseinandersetzungen möglichst vermieden werden, erlaubt doch das Bürgerliche Gesetzbuch die Begründung von Mieterhöhungen ausdrücklich auch unter Bezugnahme auf einen Mietspiegel.

Wie die Arbeitsgruppe, in der zwölf Vertreter mehrere Monate lang intensiv gearbeitet haben, erklärt, sind an die 6155 Datensätze in den neuen Mietspiegel eingeflossen. Konkret ist's ein Zustandsbericht der Vergangenheit: Bei der Erfassung der Mietpreise wurden nur Wohnungen zugrunde gelegt, deren Miete in den vergangenen vier Jahren neu vereinbart oder geändert wurde. Von den insgesamt über etwa 20 000 Wohnungen in Suhl, sind nach Angabe der Vermieter etwa 12 000 Mietwohnungen.

Der neue Mietspiegel soll für Transparenz stehen und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Seine Erarbeitung basiert auf fünf Bewertungskriterien. Dafür haben die Fachleute der Arbeitsgruppe sämtliche Wohngebiete und fast alle Suhler Straßen unter die Lupe genommen. Demnach sind entscheidend für den Mietpreis die Lage der Wohnung (beispielsweise das Image des Wohngebietes, vorhandene Infrastruktur, Parkplatzangebote), das Baujahr, die Größe sowie Ausstattung und die Beschaffenheit (Sanierungsgrad).

Tabelle ist öffentlich

Das Neue am zwei Jahre gültigen Mietspiegel sind neben der Aufnahme relativ aktueller Daten nunmehr auch die Berücksichtigung der ökologischen Komponente. Darauf zielt vor allem das Baujahr der Wohnung ab. So nahmen die Experten die Wohnungen gesondert auf, die nach 2002 entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen energetischen Ausstattung neu oder vollständig saniert wurden und die natürlich einen anderen Mietpreis erzielen als energetisch nicht sanierter Wohnraum.

Wie es bei der Vertragsunterzeichnung im Sitzungszimmer des Alten Rathauses hieß, ist der Mietspiegel öffentlich und kann bei jedem Vermieter eingesehen werden, außerdem soll er auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden.
Quelle: Freies Wort 23.12.2010